PROJEKTRÄUME
Auf diesen, in den fünf Teilräumen ausgewiesenen Flächen, werden wir wertvolle Offenlandlebensräume durch eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung, z.B. Entbuschungen, das Einrichten von Weideflächen, die Verbesserung der Zuwegung sowie den gesicherten Flächenzugriffdauerhaft erhalten und somit die charakteristische Kulturlandschaft an Saale und Unstrut bewahrt.
HIER WERDEN WIR AKTIV
Entlang von Saale, Unstrut und ihren Nebentälern haben Natur, Zeit und menschliche Nutzung einzigartige Lebensräume entstehen lassen. Im Regenschatten des Harzes bildeten sich auf den extrem steilen, sonnenexponierten sowie wasser- und nährstoffarmen Hängen besondere Standorte heraus, die seit Jahrhunderten als Weideflächen dienten.
Durch diese extensive Bewirtschaftung entwickelte sich auf den Gesteinen der Trias – Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper – ein vielfältiges Mosaik aus artenreichen Trockenrasen, Felsfluren, Schutthalden, Gebüsch- und Saumstrukturen sowie Streuobstweiden. All diese Lebensräume bieten ideale Bedingungen für zahlreiche wärmeliebende Spezialisten.
Das Landschaftsbild
Trockenlebensräume wie orchideenreiche Trocken- und Halbtrockenrasen, Felsfluren und Schutthalden, aber auch artenreiches Grünland, Streuobstwiesen, Kalkscherbenäcker, lichte Wälder und wärmeliebende Wald‑ und Feldsäume erstrecken sich in unserer/prägen unsere Projektkulisse
Fünf einzigartige Teilräume
● Trockenhänge im Oberen Unstruttal
● Schichtstufe der westlichen und
südlichen Querfurter Platte
● Seitentäler und Plateaus rechts der
Unstrut
● Saale-Ilm-Platten und Himmelreich bei
Bad Kösen
● Kalktäler- und Kuppen auf der
Querfurter Platte
Wichtige Eckdaten
Unsere Projektkulisse erstreckt sich innerhalb der Grenzen des Naturparks Saale-Unstrut Triasland in Sachsen-Anhalt, umfasst 3.972 ha auf fünf separaten Arealen im Burgenladkreis und dem südlichen Saalekreis. Nördlich wird die Projektkulisse von den Stadtgebieten Querfurt, westlich Bad Bibra, östlich Freyburg/Unstrut bzw. Mücheln und südlich Bad Kösen eingefasst.
DIE FÜNF TEILRÄUME DES PROJEKTES
Auf diesen, in den fünf Teilräumen ausgewiesenen Flächen, werden wir wertvolle Offenlandlebensräume durch eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung, z.B. Entbuschungen, das Einrichten von Weideflächen, die Verbesserung der Zuwegung sowie den gesicherten Flächenzugriffdauerhaft erhalten und somit die charakteristische Kulturlandschaft an Saale und Unstrut bewahren.
230 Hektar
in einem Landschaftsband
Trockenhänge im Oberen Unsstruttal
Im gesamten Projektgebiet gibt es keinen Ort, an dem auf so engem Raum eine derart große Vielfalt an Gesteinsuntergründen – und damit Lebensräumen mit hochspezialisierten Artengemeinschaften – vorkommt, wie an den Unstruthängen rund um Nebra.
Der Wendelstein, ein markanter Zechsteingipsberg, der vom Fluss aus der Aue herausgeformt wurde, zählt zu den bedeutendsten botanischen Standorten der Region. Hier wachsen seltene Arten wie das Felsen-Steinkraut (Alyssum saxatile) und … (…).
Folgt man dem Lauf der Unstrut, durchbricht der Fluss am Trias-Tor die angehobenen Schichten des Unteren Buntsandsteins. Historischer Gesteinsabbau hat hier steile, markante Felswände entstehen lassen, die dem Gebiet den Namen „Steinklöbe“ verliehen haben. Neben diesen künstlichen Abbrüchen finden sich auch natürliche Steilhänge mit artenreichen Offenlebensräumen und Felsfluren. Unter extrem trockenen Bedingungen gedeihen hier typische Steppenrasen-Arten wie das Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), Großes und Weichhaariges Federgras (Stipa pennata, S. dasyphylla), letzteres sogar mit seinem einzigen Vorkommen bundesweit. Auch besondere Orchideenarten wie das Dreizähnige Knabenkraut (Orchis tridentata) und die Pyramiden-Spitzorchis (Anacamptis pyramidalis) kommen in der Steinklöbe vor. Die Pyramiden-Spitzorchis besitzt hier ihren letzten verbliebenen Standort in ganz Sachsen-Anhalt.
Am Ortsrand von Vitzenburg prägt schließlich ein nach Süden steil abfallender, stark zerklüfteter Gipshang das Landschaftsbild – ein Bereich, der früher als Weinberg und Weide genutzt wurde. Die flachgründigen Böden der weniger verbuschten Bereiche bieten ideale Wachstumsbedingungen für „Extremisten“ wie den Stängellosen Tragant (Astragalus exscapus) oder das Büschelige Gipskraut (Gypsophila fastigiata).
1.550 Hektar
in einem Landschaftsband
Schichtstufe der westlichen und südlichen Querfurter Platte
Zwischen der Unstrut-Aue bzw. der Schmoner Talung und den weitläufigen Ackerflächen der Querfurter Platte erstreckt sich ein kleinteiliges Mosaik aus Magerrasen, Felshängen, Weinbergen, Streuobstwiesen und Gehölzen: die Schichtstufe, die sich entlang der Unstrut als schmales Band von Querfurt im Norden bis Freyburg im Süden zieht.
Das Plateau und der obere Steilhang bestehen aus Schichten des Unteren Muschelkalks, die von einer unterschiedlich mächtigen Lössdecke überlagert werden. Der untere Hang wird dagegen von Schluff- und Mergelsteinen des Oberen Buntsandsteins (Röt) geprägt, durchzogen von mehreren Gipshorizonten. Für das Gebiet typisch ist die enge Verzahnung von Trocken- und Halbtrockenrasen, wärmeliebenden Gebüschen und kleinen Trockenwaldbereichen – immer wieder unterbrochen von aus der Nutzung gefallenen Streuobstwiesen und ehemaligen Weinbergslagen. In diesen Trockenlebensräumen wachsen seltene Arten wie das Graue und das Apenninen-Sonnenröschen (Helianthemum canum, H. apenninum), die Ästige Graslilie (Anthericum ramosum), die Graue Skabiose (Scabiosa canescens) und die Nacktstängelige Schwertlilie (Iris aphylla). Die Vorkommen des Badener Rispengras (Poa badensis) auf dem Gebiet gehören zudem zu den wichtigsten in ganz Deutschland – entsprechend hoch ist die Schutzverantwortung des Landes Sachsen-Anhalt.
Die angrenzenden Ackerflächen sind kleinteilig strukturiert und weisen zum Teil skelettreiche oder stark tonige Böden auf. An der Grenze zur Hochfläche finden sich typische Kalkscherbenäcker. Trotz ihrer geringen Bodenqualität beherbergen diese Standorte ein bemerkenswertes Spektrum an Ackerwildkräutern, darunter das Flammen-Adonisröschen (Adonis flammea), das Rundblättrige Hasenohr (Bupleurum rotundifolium) und den Ackerkohl (Conringia orientalis).
1.406 Hektar
in drei einzelnen Teilflächen
Seitentäler und Plateaus rechts der Unstrut
Das Bad Bibraer Plateau ist eine markante Hochfläche rechts der Unstrut, die von zahlreichen Trockentälern durchzogen wird. Diese Täler schneiden tief in die hügelig gegliederte, oftmals intensiv bewirtschaftete Ackerlandschaft ein.
Entlang der Talflanken haben unterschiedliche Landnutzungsformen ein reiches Mosaik an Offenlandhabitaten geschaffen: Mit zunehmender Hangneigung wurden viele ehemalige Terrassenäcker in Grünland oder Streuobstbestände umgewandelt. Besonders südexponierte Steillagen wurden traditionell für den Weinbau genutzt oder dienten – wie im Hasselbach- und Borntal – als Steinbruchareale. Die Randbereiche der Tal- und Hochlagen sind von trockenwarmen Laubwäldern geprägt, die ausgeprägte Saum- und Übergangsstrukturen aufweisen. Arten wie Weiße Waldhyazinthe (Platanthera bifolia), Großes Zweiblatt (Listera ovata), Herbst-Wendelorchis (Spiranthes spiralis) und Gewöhnlicher Diptam (Dictamnus albus) profitieren hier von den halbschattigen Bedingungen. Charakteristische Arten der Trockenrasen sind Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata) und Graues Sonnenröschen (Helianthemum canum). Auf der Hochfläche selbst finden sich stellenweise Kalkscherbenäcker mit typischen Florengemeinschaften.
Ein besonders hoher Waldanteil kennzeichnet die Rand- und Hangbereiche im nach Westen ausgreifenden Bogen bei Bad Bibra. Für die stark gefährdete Orchideenart Frauenschuh (Cypripedium calceolus) bieten diese Areale optimale Wachstumsbedingungen.
Im Süden wird das Gebiet durch den weithin sichtbaren „Göttersitz“ begrenzt. Der imposante Saaleprallhang besteht aus südexponierten, steilen Felsrasen in verschiedenen Verbuschungsstadien, die über bewirtschafteten Weinbergslagen liegen.
Die Saalehänge südwestlich von Naumburg – zwischen steilen Canyons und ausgedehnten Wäldern.
Der Teilraum umfasst vor allem die steilen Hanglagen des Saaletals zwischen dem thüringischen Camburg, Bad Kösen und Naumburg. Er liegt überwiegend rechts der Saale und schließt auch die angrenzenden Hochflächen mit ein. Geprägt von untergründigem Muschelkalk und trockenwarmen Standortbedingungen dominieren hier ausgedehnte Waldflächen, während einzelne Bereiche durch besonders wertvolle Trockenlebensräume geprägt sind. Diese offenen Strukturen gehen auf historische Nutzungen zurück – etwa ehemalige Weideflächen, Obstplantagen, Steinbrüche oder Weinberge. Auf den Hochlagen selbst finden sich zu den Randbereichen hin Grünländer, Kalkscherbenäcker sowie strukturreiche Saumgesellschaften als Übergang zu den Wäldern.
Ein besonderes Landschaftselement stellt das Himmelreich dar – eine prägnante Steilwand mit historischen Weinbergsterrassen, die bis heute sichtbar sind. Exponiert über dem engen Saalecker Saalebogen gelegen, bildet diese canyonartige Struktur einen wertvollen Lebensraum für spezialisierte Arten wie Berg-Gamander (Teucrium montanum), Trauben-Graslilie (Anthericum liliago) oder Berg-Lauch (Allium lusitanicum), die an solche extremen Standortbedingungen angepasst sind.
Die Müchelner Kalktäler – artenreiche Refugien eiszeitlichen Ursprungs
Eingebettet in die intensiv ackerbaulich genutzte Querfurter Platte liegen die Müchelner Kalktäler – markante Kerbsohlentäler, die durch Schmelzwasserläufe der Saaleeiszeit in den Muschelkalk eingeschnitten wurden. Die Hanglagen dieser Täler sind von sehr dünnen Bodenauflagen geprägt und daher für den Ackerbau ungeeignet. Stattdessen wurden sie über viele Jahrzehnte hinweg als Weideflächen genutzt oder dienten zum Abbau von Kalkstein. Durch diese historischen Nutzungen entstanden artenreiche Trocken- und Halbtrockenrasen, die bis heute eine hohe ökologische Bedeutung besitzen. Besonders orchideenreiche Bestände sind typisch für diese Landschaft. Ihr Fortbestand ist jedoch gefährdet, da viele Flächen aufgrund von Nutzungsaufgabe zu verbuschen beginnen. Dabei sind die Vorkommen empfindlicher Arten wie Helm- oder Purpur-Knabenkraut (Orchis militaris, O. purpurea), Pferde-Sesel (Seseli hippomarathrum), Zwerg-Steppenkresse (Hornungia petraea) und Deutscher Enzian (Gentianella germanica) auf kurzrasige, offene und gehölzarme Bedingungen angewiesen.
Wie auch oberhalb der Saalehänge finden sich auf den Hochlagen der Müchelner Kalktäler Kalkscherbenäcker sowie strukturreiche Säume als Übergangsbereiche zwischen Offenlandlebensräumen und Wäldern.

ABFRAGE
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